… ich schreib dann mal wieder – langsam und im Stillen. Nur den Anfang stelle ich hier ein. Es geht um den Versuch, ein literarisches Bild für das mentale Zeitempfinden zu erfassen, vielleicht mit einer reinigenden Nebenwirkung, die Lasten abzuschütteln. Vielleicht gelingt das, wer weiß:
Das schwere Grau
Sie lugte zaghaft aus dem Grau. Der Winter verharrte schon viel zu lange und die Gedanken webten inzwischen dicke Fallstricke. Sie waren nicht sichtbar, aber sie waren da und sie verhedderte sich in ihnen. Sie stolperte und schlingerte, wie die Welt, die sich Tag um Tag in neue Krisen stürzte. Nichts schien ihr noch in Ordnung zu sein. Schon gar nicht ihr Gedankengewebe.
Das Grau war nicht nur eine Farbe, es war ein mentaler Zustand, der die Schultern beschwerte. Sie trug schwer daran, aber damit war sie nicht allein.
Mona Wiese sah überall Menschen, die vom Weltgeschehen gebleicht und verbogen waren. Wer hatte sich das ausgedacht, jeden Tag das bluttopfende Elend dieser Welt auf die Abendbrottische zu spucken? Jedes Massaker, jeden Vulkanausbruch und jede Erderschütterung von hinterletzten Weltwinkel. Das Maß des Erträglichen war lange schon überschritten und Mona Wiese hatten sie auf dem Gewissen, diese maßlosen Nachrichtenmixer…











