Morgenstunde (1193. Blog-Notat)

Zurück in meinem Kramladen, hab ich zwei Tage nach der Tour nach Güstrow meinen Blutdruck eingefangen und schaue wieder besser aus der Wäsche. Es ist schon grenzwertig, wie sehr ein paar wenige Anstrengungen das ganze alte Haus zum Wackeln bringen. Da treibt eins das andere an… Dieser Umstand verlangt den Rückzug aus dem öffentlichen Leben und ja, dass vermisse ich doch sehr. Will die Tage etwas mit einem neuen FLYER-KUNST-BUCH experimentieren, dass ist das sozusagen eine selbst verordnete Freude, die die Überlebenslust stärkt….

Morgenstunde (1192. Blog-Notat)

Morgenschön. Das Licht schmeichelt den zarten Gartengestalten. Ich sitze leise, ein wenig matt im Hof und schaue den Spatzen beim Baden zu. Ganz versunken, bis Wolken aufziehen und Blätter über das Pflaster kreisen. Der stille Moment vor dem Tagwerk ist vergangen. Gedanken sortieren, was hast du jetzt vor? Was willst du noch erzählen? Der Pankower Maler Peter Becker erzählte mir als er 60 Jahre alt geworden war, er male nicht mehr, er habe genug geschaffen. Seine Tochter verkaufe sein Werk weiter, er schaue nur noch zu. Er war krank, die Hände zitterten, er hatte Parkinson. Aber er lächelte dazu ganz milde, keine Verbitterung, auch wenn ihm die Wende viel genommen hatte und diese dürren Jahre in seinem Hemd wohnten. Alles verweht mit der Zeit. Wenn man Kunstschaffender ist, muss man sein Wirken erst nehmen. Deshalb ist schwer, sich dabei nicht selbst so wichtig zu nehmen, erst recht, wenn es auf das Ende zugeht… der stille Peter konnte das.

Morgenstunde (1191. Blog-Notat)

Nachdem die Galeriekiste gepackt war, sind wir heute alles ignorierend nach Güstrow aufgebrochen. Im Grunde weiß ich ja, reisefähig bin ich nicht mehr so recht. Meine Fahrmeise trieb natürlich wieder den Blutdruck an, als wir in der Galerie 21 ankamen, stand ich hochrot auf sehr wackligen Beinen. Es gab trotzdem ein gutes Kennenlerngespräch mit der Galeristin Kersten Klevenow. Sie nahm meine komplette Vorauswahl an sich, alles schöne Dinge, die erschwinglich sind. Die Zeiten sind so. Zurück bis zum Auto waren es keine 50 Meter, aber ich musste alle paar Schritte stehen bleiben. Im Auto maß der Blutdruck über 200. Meine Güte, das bisschen war schon zu viel Anstrengung. Ich warf Tabletten und los gings. In Mirow nahmen wir eine Mahlzeit beim Italiener, ich spürte, wie der Druck langsam nachließ. Zuhause angekommen fand ich auf dem Atelierfensterbrett eine Schüssel voll Klaräpfel von Gertrud und Horst vor, was hab ich mich darüber gefreut 😊Ich danke sehr…

Morgenstunde (1190. Blog-Notat)

Manchmal entwickelt sich ein flüchtiger Gedanke zum Bandwurmthema 😊. Als ich mir gestern den Weinstock im Hof betrachtete, dachte ich so im Stillen: Müsste mal wieder beschnitten werden – heute nicht… Aber wie wäre es denn mit ein paar Weinlaubpasteten zum Abendbrot. Mit Hackfleisch gefüllt, würde der Imkergatte sie vielleicht annehmen, er mag keine nahrhaften Experimente. Also habe ich mal eben gegoogelt, wie man die Blätter behandelt, damit sie rollfähig sind (3 Minuten in kochendem Wasser blanchieren) und entdeckte währenddessen, dass die Rote Weinrebe Heilpflanze des Jahres 2023 wurde. Guck an, was kann sie denn? Und da wurde es spannend: Weinblätter enthalten Vitamin B6, Vitamin B2, Calcium, Magnesium und Kalium. Weinblätter sind überdies erstaunlich nahrhaft. Sie sind kalorien- und fettarm, beeindrucken mit hohem Eiweißgehalt und reichlich Ballaststoffen. Auch der Gehalt an Flavonoiden kann sich sehen lassen – diese natürlichen Pflanzenstoffe schützen die Körperzellen vor freien Radikalen und haben günstige Effekte auf Blutdruck, Blutfettspiegel und das Immunsystem. Das ist doch einigermaßen bedeutsam und schon hatte ich nicht nur die gefüllten Weinlaubblätter im Sinn, sondern auch ein heilsames, wohlschmeckendes Pesto. Man könnte noch einiges mit Weinblättern anstellen, doch für diesen Nachmittag war es dann genug…

PS: Bitte nie den Wilden Wein probieren, der ist giftig!

Morgenstunde (1189. Blog-Notat)

Diese Schöne wächst aus einer Fuge (5 mm) des gepflasterten Hofes. Ein unbeachteter Winterfutterkern trieb überlebensstark zum Licht. Natur ist immer wieder überraschend. Aus ebensolcher Rille wäscht ein krüppliger Holunder im Hof, man mag es kaum glauben, wie er das geschafft hat, ohne das Pflaster anzuheben. Er darf dortbleiben, denn wer Hand an diesen Gottesbaum legt, den trifft Holla mit Krankheit oder Tod. Also schön die Finger davon lassen…

Je 5 nummerierte Hefte pro Titel, obenauf eine O-Nummer als folienloses Ansichtsexemplar.

Nach zwei Wochen Druck-, Falt- und Bindearbeit ist die Offerte meiner ELSNER EDITION in neuem Papier und Karton fertig. Demnächst werde ich sie einer Galerie anbieten. Vielleicht kann ich so einige Menschen mit meinen handgefertigten Künstler-Heften erreichen. Es wird eine Option in die Zukunft…

Morgenstunde (1188. Blog-Notat)

Auf der Fahrt nach Hirschfelde…

Die Wetter-App meint, es wird heute einfach nur ein Sommertag. 25 Grad, sonnig. Ja, bitte! Es reicht mir langsam durch abgedunkelte Räume zu schleichen. Aber diesmal haben wir damit das Häuschen bei 23 Grad halten können. Gestern unternahmen wir die alljährliche Winterfuttertour zum Imkereifachhandel in Hirschfelde. Im klimatisierten Auto war die Fahrt gut zu verkraften. Regen haben wir nicht abbekommen, nur wilde Wolkenzüge.  Heute ist mein vorläufig letzter Buchbindetag, es wird auch Zeit, ich will endlich die bestellte Leinwand beginnen, und schließlich naht auch das Etikettieren der Honiggläser. Aber dazu müssen die Temperaturen runtergehen, bei Hitze entsteht nicht die gewünschte cremige Konsistenz… Ein wenig Geschäftigkeit bewegt uns also und gegen meinen Hitzeschaden (Schwindel) aus der ersten Welle im Juni, mixe ich mir jetzt täglich einen Elektrolyte-Drink (eine Messerspitze Kochsalz, je eine 250 g -Tablette Magnesium, Kalium, Kalzium auf ein Glas Wasser) – es ist damit besser geworden…

Morgenstunde (1187. Blog-Notat)

Gestern Abend traf eine Sendung mit Elfenbeinfarbigen DCP Karton aus Den Haag ein. Würde es klappen? Denn inzwischen ist auch der mondi-Karton für die Umschläge meiner Heftproduktion ausgelaufen. Ich benutze das feine 200g-Papier seit 25 Jahren… Um die Heft-Reihe weiter stimmig zu fertigen, brauchte ich einen guten Ersatz, wie schon vor Monaten für die Innenseiten. Es lag nahe bei dieser neuen Firma nach einer 200-Gramm-Variante zu fragen, aber die hatte zwar eine schöne Härte, war aber zu dünn. 28 € in den Sand gesetzt… Also ein paar Gramm mehr probieren, würde sich der 250-Gramm-Karton noch Falten lassen??? Und ja, er lässt sich ohne Knitter falten und das Endprodukt sieht jetzt richtig gut aus. Ich bin erleichtert, Problem gelöst.

Morgenstunde (1186. Blog-Notat)

Der Morgen ist sommerlich sanft. Habe die Topf- und Kübelpflanzen gedüngt, aber der Körper will nicht so recht. Schwäche. Also gehe ich ins Atelier und falte die nächsten Bögen für neue Künstlerhefte. An schwächlichen Tagen baue ich mich mit solchen Verrichtungen auf. Etwas wird… Bei der nächsten Gartenrunde zupfe ich hier und da ein paar Grashalme aus den Staudenbeeten, sie verwildern, der Garten wächst mir über den Kopf, denn der Atem stottert, wenn ich Kraft in die Hände gebe. Dazu braucht es nicht viel und der Kopf hat darüber zu tun, nicht in Trübsal zu versinken. Es wäre kein Wunder. Aber, es wird ein besserer Tag kommen, auf den kann ich mich freun…

Virtueller Gruß

Morgenstunde (1185. Blog-Notat)

Die Briefe der VG-Bildkunst liegen schon einige Wochen. Sie enthalten Codes für den Zugang zu ihrem modernisierten Portal. Hier sind einmal im Jahr Meldungen fällig, die uns ein paar Tantiemen aus Veröffentlichungen bringen. Es musste also sein, meine Formular-Phobie (virtuelle oder analoge – ganz gleich) zu überwinden. Die Verifizierungen stocken inzwischen immer weiter auf. Ich musste mich mit meiner Mailadresse, einem Code, der dem Mailkonto gesandt wurde (und natürlich erst einmal im Spam-Ordner bei gmx.de landete) einloggen, dort wurde nach meiner Mitgliedsnummer gefragt und schlussendlich nach dem 2. Code, der im Postbrief stand. Dann öffnete sich mir das komplett umsortierte Portal. Das Gleiche war nun noch für meinen Liebsten vonnöten. ABER schon mit unserer gemeinsame Mailadresse kam ich nicht weiter und begriff: Jetzt kannst Du erst einmal dem Computerverweigerer eine eigene Mailadresse einrichten. Ich rief meinen Lieblingsschrauber in Saßnitz an, der übernahm das für mich und in einem Anflug von Mut, meinte ich zu ihm, meinem iPhone fehle ein weiter Mailaccount. Ha, da hatte ich mir für heute was eingebrockt. Weise mal einem Handy-Analphabeten am Telefon den Weg… einer, die noch nie eine App runtergeladen und sich im Funkloch ausgeruht hat… Wir haben eine halbe Stunde dafür gebraucht, beide waren wir fix und… und der Blutdruck an der Decke, aber jetzt ist alles eingerichtet…