
Morgenstunde (1185. Blog-Notat)

Die Briefe der VG-Bildkunst liegen schon einige Wochen. Sie enthalten Codes für den Zugang zu ihrem modernisierten Portal. Hier sind einmal im Jahr Meldungen fällig, die uns ein paar Tantiemen aus Veröffentlichungen bringen. Es musste also sein, meine Formular-Phobie (virtuelle oder analoge – ganz gleich) zu überwinden. Die Verifizierungen stocken inzwischen immer weiter auf. Ich musste mich mit meiner Mailadresse, einem Code, der dem Mailkonto gesandt wurde (und natürlich erst einmal im Spam-Ordner bei gmx.de landete) einloggen, dort wurde nach meiner Mitgliedsnummer gefragt und schlussendlich nach dem 2. Code, der im Postbrief stand. Dann öffnete sich mir das komplett umsortierte Portal. Das Gleiche war nun noch für meinen Liebsten vonnöten. ABER schon mit unserer gemeinsame Mailadresse kam ich nicht weiter und begriff: Jetzt kannst Du erst einmal dem Computerverweigerer eine eigene Mailadresse einrichten. Ich rief meinen Lieblingsschrauber in Saßnitz an, der übernahm das für mich und in einem Anflug von Mut, meinte ich zu ihm, meinem iPhone fehle ein weiter Mailaccount. Ha, da hatte ich mir für heute was eingebrockt. Weise mal einem Handy-Analphabeten am Telefon den Weg… einer, die noch nie eine App runtergeladen und sich im Funkloch ausgeruht hat… Wir haben eine halbe Stunde dafür gebraucht, beide waren wir fix und… und der Blutdruck an der Decke, aber jetzt ist alles eingerichtet…
Morgenstunde (1184. Blog-Notat)
Samstag waren wir seit langem mal wieder unter Leuten. Der Kulturverein hat vor der Sommerpause zum Forellenessen eingeladen. Da konnte ich einfach nicht widerstehen 😉. Auch, wenn ich für die Schritte durch den weitläufigen Garten von Gertraud und Horst mehrere Atempausen brauchte, um auf dem kleinen Festplatz anzukommen. Ich hab‘s nicht so gerne, wenn man mir beim Verschnaufen zusehen kann, nun denn…
62 Fische hatten Vereinsfreunde am Freitag in Prenzlau geangelt, ausgenommen und Horst hat sie gestern Abend für uns geräuchert. Spitzenmäßig. Jeder hatte etwas für den Abend beigesteuert und so bogen sich die drei Tische unter den vielen Salaten, selbstgebackenem Brot für Tomaten- und Kräuterbutter und einer sehr besonderen Torte. Es war ein wohliges Schmausen und Plaudern. Der Himmel spendierte Tropfen, wir rückten zusammen und bekamen gegen die Abendkühle wärmende Decken. Die allermeisten der Runde hatte ich seit Oktober nicht mehr gesehen. Ein seltsames Gefühl, etwas von Dabeisein, doch eher Gast sein. So etwas geschieht, wenn man sich zurückziehen muss. Aber dieser Abend war gesellig, die Forelle war saftig, der Weißwein süffig. Ein feiner Abend, ich danke sehr.
Morgenstunde (1183. Bog-Notat)
In der Höhle unter der Efeuwand schnarcht der Igel schon den ganzen Tag. Mal lauter, mal leiser. Nachbars Kater schaut allenthalben nach dem Geräusch. Hier gibt es nichts für ihn zu jagen… Am zweiten Tag mit gemäßigten Temperaturen atmen wir auf und kümmern uns. Der Liebste fegt den Hof, ich putze ein Fenster und koche draußen unter dem Glasdach. Vormittags überall Durchzug im Häuschen. Verschnaufen vor der nächsten Welle… Wir denken über den Einbau einer richtigen Klimaanlage nach, warten damit aber zum den Herbst, bis die Preise wieder etwas gefallen sind. Morgen wird hoffentlich der meine Karton-Bestellung eintreffen, ich möchte einen neuen Satz der sechs Titel zur ELSNER-EDITION bauen, den vielleicht eine Galerie in Kommission nimmt. Je 10 Hefte. Wenn ich damit durch bin und das Wetter friedlich, fahren wir und schauen, was wird…
Morgenstunde (1182. Blog-Notat)
Nach den heißen Tagen ist der Garten hitzewelk. Die Johannisbeersträucher haben die Ameisen erobert und saugen den Saft der Früchte aus und in der roten Stachelbeere auch. Sie nisten im Wurzelbereich, da kann man so gar nichts machen… Stauden wie gelbes Sonnenauge haben aufgeben, selbst der unverwüstliche Phlox. Die Verluste waren zu erwarten. So ist das seit Jahren in diesem Garten, was die Spätfröste nicht leben lässt, holt die Sommerhitze. Dazu reichen schon ein paar 30-Grad-Tage. Aber fast 40 Grad… Die Sandgärtnerin ist einigermaßen mutlos geworden, nicht lebenssatt, nur müde und alt. Es hilft ja wohl kein Nachsinnen, wir Lüften das Häuschen nach der Stunde Landregen, solange es geht. Die Prognosen sagen für Anfang Juli die nächste Hitzewelle voraus. Ich weiß ja nicht, wie Ihr die jüngsten Tage überstanden habt, wir wurden von Tag zu Tag immer schwächer und dümpelten nur noch herum. Sollen so die zukünftigen Sommer aussehen? Ich werde den Winter lieben lernen…
Morgenstunde (1181. Blog-Notat)





Es war die heißeste Nacht, die ich je erlebte und weil Eure Nacht gewiss vergleichbar war, muss ich nicht viel erzählen von Dämmerzuständen unter dem Lacken. Die Augen sind immer noch geschwollen… Heute waren es nach dem Sonntagsfrühstück schon fast 30 Grad, aber es kam ein Lüftchen auf, sodass ich seit Tagen für ein Weilchen unter die Weide zog, frei atmen konnte und dem Wachsen der Gurken zusah. Im Atelier sind trotz nächtlichem Lüften schon wieder 28 Grad, der Ventilator brummt, aber diese Arbeitstemperatur schwächt nur, ich lasse es und warte auf Abkühlung…
Morgenstunde (1180. Blog-Notat)

Wir haben den Beutezug der Woche auf gestern vorverlegt und nicht erst die heutige Ü-30-Grad-Marke abgewartet. So können wir vor die Tür gehen, solange es erträglich ist, wenn nicht, dann nicht. Die Pflanzen im Tomatenhäuschen bekamen noch ein weißes Laken als Sonnenschutz spendiert, ich hoffe, es hilft ihnen, die Hitze zu überstehen. Der Imkergatte ließ abends noch die Waben der 2. Schleuder kreisen. Mitte/Ende Juli wird er Abschleudern. Das Bienenjahr ist viel kürzer als das Kalenderjahr. Die Tierchen befinden sich schon im Herbst, während ihr Honig in den Abfüllgefäßen gerührt wird und reift. Aber auch wir rüsten schon für das zweite Halbjahr und haben heute Heizöl liefern lassen. 1000 Liter, damit kommen wir gerade bis zum Jahreswechsel. Die Ölkrise beschert schwankende Preise. Diese Ladung war satte 150 € teurer als die letzte in 2025. Wir wollen hoffen, dass die Preise wieder ein niedrigeres Niveau erreichen, möglichst stabil, bis dahin geraten solche Bestellungen zum Pokerspiel: Wer blinzelt, hat schon verloren. Via iPhone kam heute die Nachricht, unser für Samstag geplantes Dorffest wurde wegen Hitze abgesagt, das ist genau die richtige Entscheidung, wer tanzt schon bei 40 Grad… die Kreativität geht auch bald schlafen … Nachteulen schauen stattdessen: Fußball 😊
Lyrik-Krümel
Morgenstunde (1179. Blog-Notat)
Es ist besser. Die Temperaturen sind heute angenehm, so könnten alle Sommertage sein. Der Atem fließt ruhig. Nach dem ablehnenden Reha-Bescheid reise ich jetzt wieder nach innen: arbeite mit Reiki (habe den II. Grad), Affirmationen und Tai Ci, ein bisschen von allem fürs bessere Atmen und neue innere Kraft. Von Selbstheilung halte viel. Auch wenn es zuweilen „nur“ um das psychologische Momentum geht und um Energieflüsse. Die Lunge wird davon nicht heilen, aber die Atemmuskeln werden trainiert. Der Status einer chronisch kranken Künstlerin in Rente ist nicht sehr hoch in diesem Land. Man muss sich selbst kümmern, eigentlich wie immer in meinem Leben.
Morgenstunde /1179. Blog-Notat)
Von der Hitze am Tag wurde mir übel. Nach dem Mittags-Gewitter klebte die Luft gleich wieder. Schwer von der Nässe. Die Hitze einzuatmen, lässt mich taumeln schon den zweiten Tag. Die Beine werden schwer, ich komme nicht weit und ziehe das abgedunkelte Häuschen vor. Hier wird die Luft dick. Der Ventilator dreht den Mief. Es kommen nachmittags unverhofft junge Gäste. Sie schauen dem Imkergatten beim Schleudern zu. Ich habe Mühe, die Sitzkissen für sie zu platzieren, wieder Taumeln. Der Blutdruck steigt, ich koche Kaffee und werfe eine Ramipril ein. Als der Kaffee durchgetröpfelt ist, kommen die Gäste mit dem Liebsten aus der Bienenküche. Wir sitzen draußen, es geht mir nicht gut, aber ich möchte die Jungen nicht vergraulen… Die Ärztezeitung schreibt: „Sommerliche Hitzewellen erhöhen das zusätzliche tägliche Sterberisiko bei Menschen mit chronisch-obstruktiver Lungenerkrankungen (COPD) um bis zu 14 Prozent, bei längeren Hitzewellen gar bis zu 43 Prozent.“ Ich weiß das, aber ich fürchte mich nicht. Die Krankenkasse hat auch nach meinem Widerspruch eine Reha abgelehnt.







