Lesekostprobe

Aus „Vom Duft der warmen Zeit“

Zeichnung: Petra Elsner
Zeichnung: Petra Elsner

Konzert für ein Saxophon

Es ist Frühsommer. Der Mann auf dem Rad ist unterwegs zum Kirchgarten. Rasenmäher dröhnen. Die Luft ist schwer vom Blütenstaub. Der bärtige Hühne keucht den Grasbuckel hinauf. Oben steigt er ab und verschnauft bei einem kräftigen Schluck Mineralwasser und denkt an Manuela. Er hat dabei ein Bild vor Augen, das sich letztes Jahr in seine Erinnerung eingebrannt hatte. Seither trug er es mit sich: Manuela Engel in dem dunkelblauen Kleid mit weißen Punkten, dass irgendwie zu knistern schien, wenn Konrad Schilling es mit seinen Augen berührte. Einmal im Jahr kommt die Frau mit der feuerroten Mähne zum Pfingstkonzert in den Kirchgarten. Sie spielt Saxophon und bewegt sich dazu geschmeidig wie eine schleichende Katze. Konrad swingt sich am Rande von Ton zu Ton. Unbemerkt, obgleich der übergewichtige Mann eigentlich nicht zu übersehen ist. Doch es gibt Leute, die sind einfach durchsichtig, weil sie zum Szenario gehören: Konrad ist jener, der die Besucherbänke aufstellt. Jedes Jahr, immer schon. Wem sollte das noch auffallen?
Im Kirchgarten duftete der Flieder. Konrad fühlte sich gut. Morgen würde er ein neues Manuela-Bild bekommen. Ein Sinnbild fürs Aufstehen, ein Trugbild für die Nacht. Es würde ihn ein Jahr lang begleiten, bis die Musikerin es selbst überzeichnete. Jetzt lebte noch das blaue Kleid mit weißen Punkten in seinem Kopf, während er Bänke aus dem Kellergewölbe trug und sie auf dem Rasen platzierte.

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Nächtliche Reise

Ein Flügelschlag weckt mich
aus einem Sommernachtstraum.
Der trug mich pfeilschnell durch die Welten.
Doch nicht im Diesseits oder Jenseits
fand sich ein Ort für mich.
Nur in den Hügeln der Anderwelt
konnte ich verweilen.
Hier lauschte die Seele still
dem Rat der Götter und der Ahnen,
um getaucht in Morgenlicht
zurückzukehren,
stark wie der helle Tag. (pe)

Zeichnung: Petra Elsner
Zeichnung: Petra Elsner

Im Mai

Festliche Vogelbeere
Festliche Vogelbeere

Ich frage mich schon seit Jahren, wer auf die Idee kam, die Tage der offenen Ateliers im  1. Maiwochenende zu platzieren. Die Natur ist da gewöhnlich noch so zart, so dass man jede Blüte einzeln begrüßen möchte. Eine Woche später platzt das Grün. Das Gras ist mindestens 10 Zentimeter gewachsen (ich will nicht schon wieder mähen 🙁 ). Tja, aber die Kunstaktion ist eben eingeführt und wird sich nicht mehr schieben lassen.

Gartenblicke aus der 1. Maiwoche
Gartenblicke aus der 1. Maiwoche

Heute kommt eine Gruppe ins Atelier, die in der Schorfheide feiert und sich mich gewissermaßen als kleinteiliges Walddorferlebnis wünscht. Man kann sich im Atelier umsehen und ich lese anschließend 45 Minuten aus meinen Schorfheidemärchen. So etwas kann man bei mir buchen (Lesehonorar pro Besucher 5 Euro), geht aber nur bei trockenem Wetter oder die Gruppe ist nicht größer als 10 Zuhörer.

… Ein paar Stunden später: Das Lesepublikum sortiert sich  …

Lesegäste im Quartier am 12. Mai 2015
Lesegäste im Quartier am 12. Mai 2015

Das OFFENE ATELIER 2015

Entspannte Zuhörer bei Lesung und Konzert im Garten.
Entspannte Zuhörer bei Lesung und Konzert im Garten.

Tagelang hat uns der Wetterbericht Schauergeschichten vermeldet, uns war schon ganz übel davon. Sturm, Regen, Hagel hieß die vorabendliche Ansage. Aber es kam komplett anders: ein wunderschöner Frühlingstag fiel über uns und unsere Gäste vom Himmel. Danke. Gegen Mittag begann langsam der Auftrieb: kommen, verweilen und weiter ziehen. Das Quartier war bis zur Kaffeezeit immer frequentiert, nie übervoll, sehr angenehm für alle. Zum Programmteil Lesung und Live-Musik wurde es erwartungsgemäß voller, aber die Stimmung hielt: Entschleunigung war meine Absicht für die Gäste, ich selbst war es naturgemäß nicht. Frau war wie ein Stauwedel unterwegs, hat sich aber bemüht, in jeder Gruppe kurz zu verweilen. Zur Lesung war es muxmäuschenstill und viele Flyer mit der Verlagsankündigung für den Frühsommer, wo mein Sommerbuch „Vom Duft der warmen Zeit“ erscheinen wird, wurden vorsorglich eingesteckt. Es gab viel Lob für die Lesekostprobe. Dann hatten Nici & Sebastian ihren Auftritt und die Zwei spielten und hatten das Publikum schnell eingewickelt. Danke Euch beiden für diese gelungene musikalische Spende für den Künstlerhof. Wir werden den Auftritt immer in unserer Erinnerung bewahren, als menschliches Schätzchen. Allen Mitwirkenden: meinem Liebsten, als Empfangschef und Fotograf; Cordula, die mir die Hauswirtschaft während der Öffnung perfekt schmiss; den befreundeten Gästen für die gebackenen Kuchen (Annette und Sabine) und die Torte von Lisa: das Schmalz & Brot von Bärbel und Otti, den Wein, Kaffee, Schokolade, Blumen und Pflanzen mit Wurzeln brachten; und auch jenen, die zum Schluss noch ein paar Möbel wieder von der Wiese in die Verstecke trugen – sei hier herzlichst gedankt. Es war ein tolles Fest mit reichlich hundert Besuchern, und in der Nacht kam der Regen – alles gut.

Und hier ein paar Bilderblicke:

Im Hof
Im Hof
Im Atelier
Im Atelier
Eine Atelierecke
Eine Atelierecke
Meine vorrätigen Bücher
Meine vorrätigen Bücher
Hinauf zum Bilderspeicher
Hinauf zum Bilderspeicher
Im Bilderspeicher auf der Empore
Im Bilderspeicher auf der Empore
Eine ande Ecke vom Bilderspeicher
Eine andere Ecke vom Bilderspeicher
Im Garten
Im Garten
Im Lesegarten
Im Lesegarten
Meine Kraftbanner
Meine Kraftbanner
Bei der Lesung
Bei der Lesung
Nici und Sebastian
Nici und Sebastian
Nici und Sebastian
Nici und Sebastian
Die Lauscher
Die Lauscher
Der belebte Hof.
Der belebte Hof.

Heute ist mein Tag des offenen Ateliers

Heute OFFEN.
Heute OFFEN.

Ich freu‘ mich über jeden neugierigen Bildergucker, der heute reinschaut. Bitte nicht vor 11 Uhr kommen, es ist noch sooo viel zu tun, denn vieles kann einfach nicht über Nacht draußen sein/hängen und muss dann am Morgen eiligst platziert werden… Was Ihr im Hof vorfinden werdet, wird nicht weiter verraten, etwas Überraschung sollte sein… Wer es nicht hierher schafft, kann ja in der Nachlese später nachschauen.

Noch ein Tag bis zu meinem Tag des offenen Ateliers

Heute back‘ ich, wird das Kaffeezelt aufgebaut, die Hofstaffelei montiert … Morgen, am Sonntag, dem 3. Mai sind wir ab 11 Uhr empfangsbereit und freuen uns auf neugierige Gäste … Bis dahin …

Den mach ich morgen wieder und für die Nichtsüßen gibts Schmalz- und Kräuterbutterbrote.
Den mach ich morgen wieder und für die Nichtsüßen gibts Schmalz- und Kräuterbutterbrote.

Noch zwei Tage bis zum Tag des offenen Ateliers

Petra liest für Ateliergäste
Petra liest für Ateliergäste

Heute Mittag unterbreche ich mal den Vorbereitungswahnsinn, denn ich gebe in Gerswalde beim Schlossparkfest von Herrenstein eine Lesekostprobe aus „Vom Duft der warmen Zeit“ (erscheint im Frühsommer). Genauer gesagt lese ich dort drei Kurzgeschichten ab 13.30 Uhr, die gleichen gibt es dann am Sonntag hier auf dem Hof in Kurtschlag zu hören, heute ist sozusagen öffentliche Probe … 🙂

Eine Lesung im Blumenmond.
Eine Lesung im sommerlichen Blumenmond.

Noch vier Tage bis zum Tag des offenen Ateliers

Der Blumenmond im April.
Der Blumenmond im April.

Heute habe ich die Wiese frisiert. Der schöne Regen in den letzten Tagen hat dem Gras Schub gegeben, da ich nicht wollte, das Ihr Euch durch kniehohe Ackerkräuter kämpfen müsst (bisschen übertrieben). Die Kunst ruhte derweil, aber Blumenblicke gab es vom Feinsten, ich hoffe, dass die Tuplen noch bis Sonntag durchhalten. Über diesen Blumenmond (Foto) kommt noch ein weißes Zelt, dort lese ich am Sonntag um 15 Uhr und Nici & Sebastian spielen danach Gute-Laune-Musik. Und sollte es kalt werden, zünden wir ein Feuerchen an …