Ab und zu gibt es ja bei mir auch Eulchen wie dieses im Foto. Davon brauchte ich mal ein paar Jahre Pause, denn zwei Eulenkalender und zwei Eulenbücher waren echt genug … ABER: 2018 wird es wieder einen Eulenkalender aus meiner Hand geben. Der Messner-Verlag hat das letzte Woche mit mir klar gemacht.
Mein Lieblingkauz, der Pinsel- oder auch Kaktuskauz. Gezeichnet von Petra Elsner
Draußen dröhnt der Wind wie ein tosendes Meer.
Jedes Jahr lauter und böiger, immerzu.
Der Wind, kein himmlisches Kind.
Herangewachsen zum wütenden Mann,
weht er das Mutterland zur fruchtlosen Steppe
und sät nur Durst. (pe)
Petra Elsner, Wasserland 19, 60 x 80, Acryl auf Leinwand
In den letzten zwei Tagen entstand diese neue Arbeit zum Thema Wasserland. Ich stelle fest, dass diese Spachteltechnik auf Karton anders (besser) kommt, die schönen Effekte sind auf Leinwand schwer zu übersetzen.
Heute abgeschlossen: Wasserland 18 auf Leinwand. Das Tageslicht macht es etwas kühler oder eben frischer. Passt ja auch zur Ansage: „Frische Bilder, frische Bilder!“ 🙂
Wasserland18, Arcryl, 60 x 60 auf Leinwand von Petra Elsner
Nach der ganzen Aufregung der letzten Tage hab ich diesen Regentag genutzt, um an meiner Wasserland-Serie weiter zu arbeiten. Diesmal auf Leinwand (60 x 60). Ist noch nicht ganz fertig, aber das Teil ist auf einem guten Weg. Es liegt hier nur zum Trocknen der weißen, schwimmenden Lasuren …
Im Hofgarten der Verlagsbuchhandlung Ehm Welk in Angermünde ging am Donnerstag bei echt hochsommerlichen Temperaturen die Buchpremiere zu „Vom Duft der warmen Zeit“ über die Bühne. Etwa 40 geladene Gäste versammelten sich zum angenehmen Publikum – aufmerksam und sehr wohlwollend – ich bin dankbar dafür, denn diese Stimmung hat mich gut getragen. Die Lokalpresse hatte diesen Termin verschlafen, das kann vorkommen, wenn die uckermärkischen Seen mehr locken, als die Termine. Eigentlich stecken wir ja gerade in der Saure-Gurken-Zeit … So werden wir nächste Woche noch ein bisschen Material auf den Weg bringen müssen, damit das „Baby“ zum Laufen kommt. Hier ein flüchtiger Schnappschuss in das sich sortierende Publikum, kurz bevor ich zu lesen begann…
Nun endlich ist es Hochsommer. Wenn die Kinder verreisen beginnt im Dorf eine leise Zeit. Es ist, als ob man das Atmen und Seufzen der Blumen hören könnte. Morgen ist der vorerst letzte Auftritt, die Buchpremiere in Angermünde, und dann beginnt das Abschalten, Entspannen, Krafttanken im satten großen Garten. Ab und zu schnitze ich an dieser Gartenwächterfigur herum, mein neues Spielzeug. Aber ansonsten bekommt der Kopf mal eine Auszeit, nach dem aufregendem Halbjahr 2015. Habt eine gute Zeit.
Kräutergärtchen und Grasnelkenwiese – etwa ein Viertel des GartensKräuterhügelStück vom Lesegarten.Am Blumenmond
Aus gegebenem Anlass: Unser Freund Andi ist gestorben, stelle ich hier eine Filmrezension ein, die ich seinerzeit über das Bruderprojekt schrieb.
Es gibt kleine Filme, die entpuppen sich am Ende als riesengroß. Einen solchen, konnte man auf der 55. Berlinale in der Sektion „Forum“ entdecken: Thomas Heises Dokumentarfilm „Mein Bruder“: Kamerafahrt für durch einen atemberaubenden grau-grünen Canyon der französischen Pyrenäen. Vorsichtig geht es über halsbrecherische Serpentinen begleitet von einem trotzigen Blues, bis die Bewegung langsam vor einem Abgrund stoppt. Im Tal zeigt sich milchig das Dorf Bugarach. Hier lebt seit einem Jahr Andreas, der Bruder des Regisseurs. Der 50-jährige Koch aus dem Prenzlauer Berg kam nach zwei Herzinfarkten und fünf Bypässen zum Sterben hierher. Unter das Dach seines Ostberliner Jugendfreundes Micha und dessen Frau Yvonne. Andreas kocht für sie und Pensionsgäste. Dazwischen raucht er und trinkt sein Bier. Küchengespräch zwischen den Brüdern. Andreas ist frisch verliebt. In Vanina, die Frau des Hufschmiedes mit drei halbwüchsigen Söhnen. Der Filmer legt seinem Bruder ein Foto vor. Es zeigt Micha und ihn beim Charité-Fasching. Andreas lächelt und will wissen, woher Thomas das hat. Der schweigt und der Bruder ahnt dunkel: ah, aus der Akte. Mitten in die beschauliche Idylle platzt altes Leben. Micha, der einst wegen Rowdytum in der DDR im Knast saß, kam vorzeitig wieder heraus. Der Preis: Er wurde IM und bespitzelte fortan Thomas und Andreas und denen Vater, den Philosophieprofessor Wolfgang Heise. Anders als andere Annäherungen an das Thema Schuld und Sünde, Verrat und Vergebung, fragt dieser intensive Film leiser, vielschichtiger. Keine harten, passend machenden Schnitte. Die Bilder laufen geduldig weiter, auch wenn Andreas und Micha nicht mehr sprechen. Erst im wortlosen Mimenspiel beider werden Schmerz und Hilflosigkeit gegenüber dem Unabänderlichen deutlich. Michas Selbstekel wird glaubhaft und auch Andreas Versöhnungspose. Der sagt schließlich: Es sei einfach, zu behaupten, nie und nimmer hätte man so etwas gemacht. Er wisse es nicht, war nie in der Lage. Und geht nach der xten Zigarette wieder seinen alltäglichen Verrichtungen nach. Während ihm die Bilder dabei nachdenklich folgen. Dem sonst so spröden Filmer Heise ist mit „Mein Bruder“ mehr als ein subtiles Porträt einer Freundschaft und ihrem finstersten Bruch gelungen. Im epischen Fluss schwingen Themen wie Lebenslust, Liebe, Abschied vom Leben und die Sprachlosigkeit unter – nur scheinbar – grundverschiedenen Brüdern mit. Diese tiefer liegenden Schichten entschlüsseln sich dem Betrachter erst nach und nach. Ähnlich wie Nicolas Philiberts Dokfilm „Sein und haben“ schaut „Mein Bruder“ herzwarm tief in die Seelen der Protagonisten, die vor der Kamera agieren, als wäre sie überhaupt nicht da. Großartig! (pe)
Der Verlag Ehm Welk hat seinen regionalen Online-Shop modernisiert und nun wieder aktiv, dort bekommt man das neue Buch „Vom Duft der warmen Zeit“ auch.
Hier der Link dorthin:
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