
Die Nachtluft haucht
feucht und neblig.
Die Straßen verlassen,
die Seelen flüchtig.
Die Angst perlt
aus dem Grab der Zeit.
Im Halbdunkel verstellt ein Wald
aus Weisungen den Weg.
Atemschwer verharre ich
im Nichts.
© Petra Elsner
2. April 2020
ATELIER PETRA ELSNER
Die Nachtluft haucht
feucht und neblig.
Die Straßen verlassen,
die Seelen flüchtig.
Die Angst perlt
aus dem Grab der Zeit.
Im Halbdunkel verstellt ein Wald
aus Weisungen den Weg.
Atemschwer verharre ich
im Nichts.
© Petra Elsner
2. April 2020
Ein Störfall hat mir die Winterklausur zerschlagen, denn es fällt mir wirklich schwer mich inmitten der düsteren Nachrichten zu sammeln. Wenigstens die Kalenderblätter für 2021 sind fertig geworden, aber werden sie nun jemals noch gedruckt? Die kleinen Regionalverlage leiden Not. Keiner weiß, was noch wird. Erst, wenn die Krise irgendwann gebannt sein wird, werden wir wissen, ob die Menschen zusammengerückt sind und nicht nur den Abstürzen zusahen. Wir wissen es nicht. Trotzdem beginne ich jeden Tag, als hätte ich unendlich viel Zeit. Die Spannung ist raus. Gestern wurden meine Lesung und die Ausstellung „Schorfheider Bilderwelten“, die am 17. Mai in der Kapper Kirche stattfinden sollten, abgesagt, auf unbestimmt verschoben. Das war zu erwarten. Wir wissen nicht, ob die menschlichen Existenzen nach Corona so ins Trudeln geraten sein werden, dass sie hernach lange keine Muße mehr für ein Buch, ein Konzert, eine Lesung … haben werden. Denn wenn der schwerfällige Dampfer Europa nach der großen Stille wieder Fahrt aufnehmen soll, beginnt der nächste große, schonungslose Kraftakt…
Gestern war der Welttag der Poesie, dem schiebe ich ein paar Zeilen nach…
Schmerzzeit
Unschuldig erwacht
draußen der Tag.
Er weiß noch nichts vom
nächsten Schlag.
Die Schlehe blüht,
die Kornelkirschen hat
ein Frost getroffen.
Vogelgezwitscher in
der stillen Ländlichkeit.
Im Haus scheppert das Echo
von Totenzahlen.
Der Tag beginnt
sich schuldig zu saugen,
bis er tropft vom Schmerz.
© Petra Elsner
22. März 2020
Morgen gibt es wieder eine 5-Minuten-Lesezeit…
Der helle Stern der Träume
versinkt im Meer der Traurigkeit.
Kein Leuchten aus der Ferne
für diese müde Welt.
Doch aus der dunklen Stille
tönt leis ein Wiegenlied,
es fällt in schwere Herzen
und aller Kummer flieht.
© Petra Elsner
15. März 2020
Abgenutzt von kalten Kriegen
stiehlt mein Herz sich leis davon.
Watet durch die dichten Nebel
zu der eigenen Mission.
Ohne Halt und Anker
schifft es durch die Zeit.
Schlägt in aller Stille
eine Ewigkeit.
© Petra Elsner
16. Februar 2020
Die Zugvögel haben die Saat
des Zweifels hinterlassen.
Als graues Gewächs
einer gefälschten Zeit
ist es aufgegangen.
Im Februar:
als kaltes Wortgewimmel.
© Petra Elsner
2. Februar 2020
Die Nacht hängt in den Bäumen
Der Mond hat sich verhüllt
Er hat in meinen Träumen
Alte Gedanken aufgewühlt.
Ein Alb dreht wilde Wolkenschäume
Der Mond schweigt bleich und kühl
Die Nacht gelangt an ihre Säume
Erwachen im dumpfen Gefühl.
© Petra Elsner
3. Dezember 2019
Durch die Risse
des Lebens
blitzt schweigsam der Tod.
Mal schwarz-warm,
mal golden,
mal als Schimmer
im Abendrot.
Tanz nur im
schillernden Bogen
ihm entgegen
und spring
über die Brüche
bis in den Grund.
© Petra Elsner
am Totensonntag
Der Schlaf berührt die großen Rätsel
und klopft an stumme Türen.
Durch welche wird sie gehen – die Zeit?
Wo schlafen die Träume,
wo die Ambitionen,
wo die Ohnmacht und
wo der Tod?
Der Schlaf berührt Fragmente
und lässt den Gedanken reifen
für den nächsten Schritt.
© Petra Elsner
8. Oktober 2019
Hasse mich nicht,
fürchte dich nicht,
ich bin dein Bruder,
der dich bewacht.
Tanze im Licht,
doch vergiss nicht,
ich bin dein Bruder,
die endlose Nacht.
© Petra Elsner
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